Hapkido

Hapkido fördert in jeder Hinsicht die körperliche Entwicklung und beeinflusst im Laufe eines kontinuierlichen, anspruchsvollen Trainings im positiven Sinne die geistige Haltung.

 

Hap - Ganz, allumfassend (Ursprung der koreanischen Kampfkünste)
Ki - Geistige und körperliche Energie, Konzentration, Universelle Lebenskraft
Do - Weg, Richtung (Entwicklungsprozess des Schülers / Lehrweg, Lehrmethode)

 

» Der Weg der Harmonie zwischen Körper und Geist «

 

Das Prinzip des Kreises
Alle Bewegungen sind rund. Der Hapkido-Kämpfer bewegt sich wie im Inneren einer Kugel. Von außen einwirkende Kräfte werden an der Oberfläche der `Kugel` umgeleitet und neutralisiert. So kann durch den geringsten Kraftaufwand größte Harmonie und Effektivität erreicht werden.

Das Prinzip des Flusses
Wie der Fluss, der sich überaus nachgiebig dem Landschaftsbild anpasst und doch im Moment der Stauung eine gewaltige Kraft entwickelt, so reagiert der Hapkido-Kämpfer einfühlsam auf seinen Gegner, um im entscheidenden Moment sein angestautes `Ki` fließen zu lassen.

Das Prinzip der Einwirkung
Durch absolute Ausgeglichenheit und höchste Konzentration auf den Gegner versucht der Hapkido-Kämpfer auf diesen Einfluss zu nehmen (einzuwirken) und damit dessen Angriff zu kontrollieren. So kann z.B. durch blitzartige, kaum zu bemerkende Bewegungen der Angreifer eine reflexartige Gegenbewegung veranlasst werden, die dann in einer Folgetechnik ausgenutzt wird.

 


Die Geschichte des Hapkido

Die genaue Entstehungszeit der Hapkido-Techniken ist unbekannt. Man schätzt, dass sie seit 3000 Jahren gelehrt werden. Die Herkunft der Selbstverteidigung liegt so weit zurück, dass man ihre Geschichte nur sehr schwer verfolgen kann.

Man weiß, dass die Techniken im indochinesischen Raum entstanden. Als der Buddhismus seine Religionslehre verbreitete, traten erstmals dem Hapkido ähnliche Selbstverteidigungstechniken auf. Die Buddhisten-Mönche, die in ihrer Einsamkeit außerhalb der menschlichen Gesellschaft lebten, wollten ein gottgefälliges Leben führen. Dies erreichten sie durch Meditation in freier Natur. Sie entwickelten Abwehrtechniken, die es ihnen ermöglichten, sich während der Meditation und auf der Wanderung gegen Tiere und Menschen zu verteidigen.

Aus diesen frühen Selbstverteidigungsformen entstand später das Hapkido.

Die adligen Familien, die es sich leisten konnten, schickten ihre Kinder in die Klöster, wo sie die Kunst der Selbstverteidigung erlernten. Auch umherwandernde Mönche erteilten den adligen Kindern Privatunterricht, als Gegenleistung für Unterkunft und Verpflegung. Die Kunst des Hapkido wurde als Familiengeheimnis von Generation zu Generation weitervererbt. Da es keine öffentlichen Schulen gab, ist Hapkido auch erst spät bekannt geworden.

Die auch heute nur vereinzelt zu findenden Schulen legen hohen Wert auf solide moralische Grundlage und ein hohes technisches Niveau. Viele Hapkido-Meister sind aufgrund ihrer überaus guten Kenntnisse des menschlichen Körpers Naturärzte und Akupunkteure.
Die Geschichte der Hapkido-Techniken liegt weiter zurück als die der anderen Selbstverteidigungsarten. Deshalb sieht man in ihnen die Grundlage für alle weiteren Selbstverteidigungssysteme.